Transalp 2005
Rottach-Egern (Tegernsee) – Riva del Garda
484 km, 11924 hm, 8 Etappen
Unsere diesjährige Transalp sollte uns in Anlehnung an die diesjährige DAV Summit Club Tour vom Tegernsee nach Riva del Garda führen. Eigentlich hatten wir geplant, mit 5 Personen von Rottach-Egern aus zu starten. Leider konnten zwei von uns, nämlich Gunther Frank und Dirk Schmitz, aufgrund Krankheiten erst zwei Tage später einsteigen. So sind wir dann am 22.8.2005 zu dritt losgefahren. Wir drei, das sind Jürgen Wawer, Andreas Kruse und ich, Gerd Wittmacher.
Anreise nach Rottach-Egern war am 21.8.05. Jürgen und seine Frau Michaela waren schon vor Ort und haben das Hotel klar gemacht. Untergebracht waren wir im Gästehaus Pfatischer in Rottach-Egern. Die Anreise von Andreas und mir verlief einigermaßen reibungslos, trotz relativ hohem Verkehrsaufkommen.
Nachdem wir uns im Gästehaus eingenistet hatten, ging’s zum Abendessen in ein nahe gelegenes Gasthaus. Relativ früh betteten wir uns in Erwartung des Kommenden zur Nachtruhe, nicht ohne zuvor ein Schnäpschen auf Jürgens und Michaelas Zimmer eingenommen zu haben.
1. Etappe, 22.8.2005, von Rottach-Egern nach Weer
79,9 km, 934 hm bergauf, 1115 hm bergab
Das
Frühstück genossen wir ausgiebig, da es in der Nacht heftig anfing zu regnen.
Auch die Vorhersagen für die nächsten Tage versprachen eher Regenfälle
apokalyptischen Ausmaßes. Deshalb fiel es etwas schwer, sich vom Frühstücktisch
loszueisen und auf den Sattel zu schwingen. Irgendwann gelang es dann aber doch,
und nach dem Ausladen der Bikes und dem Umparken der Autos waren wir schon
komplett nass. Andreas versuchte noch, seine Regenjacke im Abluftkanal der Küche
des Gästehauses zu trocknen und das darin enthaltene Frittenfett zum
imprägnieren der Jacke zu nutzen, aber irgendwann ging’s dann doch los. Jürgen
hat sich mit seiner modischen Plastikduschhaube noch ausgiebig von Michaela
verabschiedet, und los ging’s.
Das Gästehaus Pfatischer liegt direkt an der ausgearbeiteten Route, und so folgten wir zunächst der Ludwig-Thoma-Straße, welche leicht bergan, aber asphaltiert nach Valepp führt. Ab Valepp ist Schluss mit Asphalt, zur Erzherzog-Johann Klause und weiter zur Kaiserklamm geht’s auf gut ausgebauten Forstwegen. Nach einer kurzen Einkehr in Kramsach, wo wir eine heiße Suppe gegen die Kälte genossen, ging’s hinunter ins Inntal. Zwischenzeitlich hatte zwar der Regen etwas nachgelassen, aber unten im Inntal angekommen war’s wieder heftig am Schütten. Auf dem Inntalradweg radelten wir dann nach Schwaz, wo wir erst mal einen Radhändler suchten, um die durch den Regen entstandenen Schäden an den Rädern (Jürgens Steuersatz war heftigst am Knirschen und der Radcomputer von Andreas war abgesoffen) abzustellen. Nach erledigter Mission ging’s weiter nach Weer, wo wir eigentlich links in die Berge nach Weerberg abbiegen wollten. Aufgrund der Wetterlage und der vorhergesagten Murenabgänge in den Bergen, haben wir uns aber entschlossen, die 2. Etappe umzubauen. Anstatt des geplanten Überganges über das Tuxer Joch entschieden wir uns, unser Nachtlager in Weer zu suchen und am nächsten Tag auf Straße Richtung Gries am Brenner zu fahren.
Nach einigen Absagen bei der Hotelsuche in Weer (vielleicht sahen wir einfach zu versifft aus) fanden wir an der Bundesstraße eine Unterkunft. Nicht besonders schön, aber dafür auch nicht besonders billig. Egal, Hauptsache ein Dach über dem Kopf. Wir checkten also im Hotel Schmalzer Hof in Weer ein und versuchten so gut es ging, die Klamotten vom gröbsten Schmutz und Gestank zu befreien. Nach dem Duschen ging’s dann zum Abendessen, welches überraschenderweise gar nicht mal soooo schlecht war. Das Ambiente hatte allerdings etwas von einer Autobahnrastsätte. Hier waren nicht einmal die Saunaschlappen von Andreas (Model Bayrischer Hof) peinlich. Gepennt haben wir aber trotzdem sehr gut (sicherheitshalber bei offenem Fenster). Nachts war sogar die Bundesstraße kaum zu hören. Der Regen allerdings schon, und zwar die ganze Nacht…
2. Etappe, 23.8.2005, von Weer nach Gries am Brenner
57,9 km, 845 hm bergauf, 252 hm bergab
Die
Klamotten und vor allem die Schuhe sind natürlich über Nacht nicht trocken
geworden. Egal, Augen zu und rein in die Latschen, Klamotten trocken am besten
am Körper. Nach dem Frühstück würden die Sachen gepackt und los ging’s,
natürlich wieder bei Regen… oder war’s eher ein Wolkenbruch? Wir haben uns
schweren Herzens entschlossen, das Tuxer Joch zu umfahren und stattdessen durchs
Inntal über Innsbruck links ins Brennertal abzubiegen. Einerseits warnten
sämtliche Medien vor Jahrhundertflut, Murenabgängen und Dauerregen und zum
zweiten sollte es ab 2400 m Schnee geben…
Die mühsam getrockneten Klamotten hielten ca. 2 km dicht. Auf dem Inntal-Radweg kam uns ein Radler entgegen und meinte, der Radweg wäre überschwemmt und unpassierbar. Mann oder Memme, war jetzt die Frage. Weil keiner Memme sein wollte, haben wir uns also durch die Fluten gestrampelt. Achsen und Tretlager wurden so mal wieder so richtig durchgewaschen. Die vorhergegangen Trocknungsversuche unserer Latschen wurden allerdings so recht schnell zunichte gemacht.
Eindrucksvoll allerdings, was so alles auf dem Inn trieb. Neben Unmengen von Holz in allen erdenklichen Formen, schwammen Bierfässer, Autoreifen und sonstiger Wohlstandsmüll stromabwärts. Einige Brücken waren wegen dem Hochwasser bereits gesperrt. Im laufe des Tages sollte die Sperrung dann auf alle Brücken in Innsbruck sowie die Inntal-Autobahn ausgeweitet werden. Wir haben es vorher allerdings nach Aldrans geschafft, wo wir ins Brennertal abbiegen wollten. Über Patsch und Pfons ging’s auf ruhigen, asphaltierten Nebenstraßen nach Matrei am Brenner. Dort haben wir uns noch kurz mit Weiswurst und Apfelsaftschorle gestärkt. Von Matrei bis Gries gibt es leider keine andere Möglichkeit, als die alte Brennerstraße zu fahren. Der Autoverkehr hielt sich allerdings in Grenzen, und so kamen wir recht entspannt in Gries an. Hier wollten wir uns am nächsten Tag mit den beiden Nachzüglern Dirk und Gunther treffen. Wir fanden recht rasch eine Unterkunft nahe dem Treffpunkt. Der Gasthof „Alte Post“ ist wohl bestimmt keine 4-Sterne Unterkunft. Das Zimmer war aber sehr sauber und das Personal freundlich. Unsere durchweichten Schuhe durften wir unter dem Küchenofen trocknen, den Balkon haben wir nach dem Waschen der Klamotten als Trockenraum genutzt. Kurz geduscht und ab ging’s in die gemütliche Gaststube. Außer uns waren hier nur Eingeborene. Der Chefkoch kredenzte Spagetti als Vorspeise und allerlei totes Getier zum Hauptgang. Geschmeckt hat alles super. Ich würde sagen, die Alte Post in Gries ist allemal eine Empfehlung wert…
3. Etappe, 24.8.2005, Gries am Brenner nach Kematen
42,8 km, 1968 hm bergauf, 1688 hm bergab
Unglaublich,
Sonne! Nachdem Andreas, Jürgen und ich gefrühstückt und ausgecheckt hatten,
trafen Dirk und Gunther am Treffpunkt ein. Kurz noch die Bikes klargemacht und
los ging’s. Heute standen zwei recht deftige Anstiege auf dem Programm. Zwei
unserer Transalp-Rookies, nämlich Jürgen und Dirk, entschieden sich allerdings
dafür, den ersten auszulassen und direkt zur Enzian-Hütte zu biken. Irgendwie
hatte Andreas das im Eifer des Gefechts nicht mitbekommen und ehe er sich versah
befand er sich mit Gunther und mir mitten im Anstieg zur Brenner
Grenzkamm-Straße. Zunächst ging es auf asphaltierter Strasse nach Vinanders.
Von dort weiter auf gut ausgebautem, aber teilweise recht steilem Forstweg zur
Sattelalm und dann noch steiler zum Sattelberg. Zuvor haben wir die grüne Grenze
nach Italien überschritten, wo auch prompt ein Bike-Verbots-Schild stand. Dieses
wurde nach der Transalp-Challange 1998 aufgestellt, da die Herrschaften
Organisatoren es nicht für nötig befunden haben, um Erlaubnis zu fragen, die
mehreren hundert Teilnehmer über Privatbesitz zu führen. Seither ist der
Besitzer, der Bauer der Sattelalm etwas unentpannt gegenüber Biker. Man spricht
sogar von Mistgabel-Attacken…Wir haben dieses Verbot jedoch ignoriert und trafen
am Sattelberg auf die alte Brenner-Grenzkamm-Straße. Diese ist eine alte
Militärstraße, die neun Kilometer lang fast höhengleich entlang der Grenze und
hoch über der Brennerautobahn verläuft. Bis 1919 trennte der Brenner Grenzkamm
Nord- und Südtirol. Wir folgten der unbefestigten Straße und kamen an zwei alten
Bunkeranlagen (diese hatte Mussolini in den 30ern errichten lassen und wurden
zuletzt in den 60ern von Carabinieris genutzt, als die Südtiroler ihrem Drang
nach Unabhängigkeit mit der einen oder anderen Explosion Nachdruck verliehen)
vorbei, bevor wir auf erst geschottertem und später asphaltiertem Wirtschaftsweg
wieder hinunter ins Brennertal schossen. Unten angekommen gab’s erst mal eine
dicke Speckknödelsuppe und reichlich Apfelsaftschorle. Nach diesem Mahl folgten
wir der alten Brenner-Straße für einige Kilometer Richtung Süden, bevor wir
links unter der Autobahn hindurch der Beschilderung „Enzianhütte“ folgten.
Wiederum erst auf Asphalt, dann auf gut fahrbarem Forstweg erreichten wir die
Hütte, wo Dirk und Jürgen bereits warteten. Der restliche Aufstieg zum
Schlüsseljoch war recht schnell erledigt und die Abfahrt nach Kematen ging
ebenfalls rasch von statten. Eingecheckt haben wir für diese Nacht im Gasthof
Alpenrose. Dort gab’s Halbpension zum erschwinglichen Preis. Nach einem Weizen
im Freien ging’s ab aufs Zimmer zur üblichen Klamotten- und Körperpflege. Das
Abendessen war ok, aber für hungrige Biker mengenmäßig etwas dürftig. Mit Hilfe
von 3 Speckplatten und ausreichend Rotwein war dieses Manko jedoch recht schnell
behoben und mit jeder Bestellung unsererseits hellte sich die Miene der zunächst
reservierten Hotel-Belegschaft zunehmend auf. Gut gelaunt und vollgefressen
ging’s dann zur Nachtruhe.
4. Etappe, 25.8.2005, von Kematen nach St. Martin
62,7 km, 1649 hm bergauf, 1921 hm bergab
Schon
wieder trocken, sogar mit Sonne! Da fällt das Aufstehen leicht, zumal wenn die
Überschreitung des Alpenhauptkamms auf dem Programm steht. Mit dem Pfunderer
Joch wartete für heute der höchste Pass der diesjährigen Transalp. Auf gut
ausgebautem Forstweg ging’s zunächst hoch Richtung Pfunderer Joch. Die letzten
300 hm zum Joch sind allerdings für uns Durchschnittsradler nur schiebend zu
bewältigen. Trotzdem ist das Pfunderer Joch einer der leichteren Übergänge über
den Alpenhauptkamm und deshalb für Rookies gut geeignet. Die Abfahrt nach
Pfunders ist technisch nicht schwierig, landschaftlich sehr reizvoll und fast
durchgehend fahrbar. Einzig ein Abschnitt von ca. 200 hm ist recht knifflig.
Hier verläuft ein ziemlich verblockter Singletrial in steilen Serpentinen
abwärts. Danach jedoch trifft man auf einen geschotterten Forstweg. Dieser
mündet nach einigen Kilometern in eine asphaltierte Straße. Durch eine tief
eingeschnittene Schlucht führt diese zunächst recht steil hinab nach Pfunders
und dann weiter nach Vandoise. Dort haben wir uns noch mal zur Stärkung eine
Portion Spagetti gegönnt.
Der weitere Weg führte auf dem Radweg entlang der Bundesstraße über Sankt Sigmund nach Zwischenwasser. Von hier aus auf leider recht stark befahrener Straße hinauf nach St. Martin. Hier haben wir im Hotel Diamant eingecheckt. Nach ein paar Weizen und/oder Radlern machten sich einige auf in die Sauna, andere genossen die Ruhe beim Duschen. Das obligatorische Klamottenwaschen ging mittlerweile recht routiniert von der Hand. Das Abendessen (Halbpension) war einigermaßen akzeptabel, mit dem entsprechenden Rotwein gut genießbar. Da die Zimmer sehr geräumig waren, verteilte sich der mittlerweile doch etwas penetrante Gestank der Bike-Klamotten recht gut und trat nicht ganz so konzentriert in Erscheinung. So genossen die meisten von uns eine ungestörte Nachtruhe.
5.
Etappe, 26.8.2005, von St. Martin nach St. Ulrich
34,2 km, 1806 hm bergauf, 1716 hm bergab
Nach ausgiebigem Frühstück ging’s zunächst auf nicht besonders stark befahrener Straße nach Longiaru. Ab hier beginnt die Auffahrt zum Kreuzkofel-Joch. Wir haben hier wohl den Fehler gemacht, nicht dem Wirtschaftsweg zu folgen, sonder auf dem Wanderweg den kürzesten Weg zum Joch zu suchen. Dies bedeutete ca. 2 Stunden schieben und tragen. Der eine oder andere unserer Rookies hat sich hier wohl die Frage nach dem Sinn des Bikes in den Alpen gestellt. Erfahrene Transalpler sind hier wohl eher in der Lage, diese Frage in den Hintergrund zu drängen. Sei’s drum, wir sind alle oben angekommen und genossen nach kurzer Abfahrt ein heißes Süppchen in der Schlüterhütte. Von dort ging’s zunächst auf steilem Forstweg bergab. Wir haben uns dafür entschieden, auf einen nahezu höhengleichen Wanderweg Richtung Borgles-Alm zu fahren. Zwar war auch dieser zu ca. 50% nicht fahrbar, entschädigte aber durch landschaftliche Reize für die Mühe. Noch ein kurzer Anstieg zu Borgles-Alm und eine rasante Abfahrt nach St. Ulrich, und schon war eine weitere Etappe geschafft. Die Suche einer passenden Unterkunft gestaltete sich hier allerdings etwas schwieriger, aber nach einem Weisbier und einigen Telefonaten hatten wir eine private und zudem recht billige Unterkunft gefunden. Wir checkten ein, duschten und befreiten die Klamotten vom gröbsten Gestank und machten uns dann auf, die gesparte Kohle für die Übernachtung in Kalorien und Promille umzusetzen. Nach vorzüglichem Mahl ging’s dann voll gefressen zur Nachtruhe.
6. Etappe, 27.8.2005, von St. Ulrich nach Tramin
97,3 km, 1599 hm bergauf, 2486 hm bergab
Das
Frühstück im Esszimmer (60er Jahre Stil) der Gastfamilie war dem günstigen
Zimmerpreis angemessen. Danach ging’s zunächst auf Straße, dann auf Schotter mit
stetig wachsender Steigung bergan zum Joch, welches ins Duron-Tal führt. Ein
durchweg fahrbarer, wenn auch etwas kräftezehrender Anstieg auf 2100 m, der für
die Schieberei vom Vortag entschädigte. Landschaftlich reizvoll und durchweg
fahrbar gestaltete sich die Abfahrt durchs Duron-Tal hinunter ins Fassetal.
Unten angekommen gab’s erst mal eine Portion Nudeln, bevor es weiter auf Straße
nach Vigo die Fassa ging. Hier zweigt der Karerpass ab, welcher für heute noch
auf dem Programm stand. Der Karerpass ist für den Kfz-Verkehr frei. Allerdings
hatte es mittlerweile angefangen zu regnen und so herrschte auf der Passstraße
kein übermäßiger Andrang von Ausflüglern. Der Pass-Anstieg ist sehr moderat und
so ist dieser Pass sehr einfach zu bezwingen.
Nach kurzer Aufwärmphase in einem Gasthof auf der Passhöhe hatten wir geplant, ein paar Höhenmeter zum Karer See zu fahren und uns dort links ins Gelände zu schlagen. Leider haben diesen Plan nur 80% der Teilnehmer mitbekommen, nicht jedoch die 20% in Form von Andreas, der zielstrebig der Hangabtriebskraft folgte und an der vereinbarten Abzweigung vorbeischoss. Da wir Andreas erst ca. 500 hm weiter unten wieder einfangen konnten, beschlossen wir, der Passstraße weiter bis ins Eisack-Tal zu folgen und ab Bozen auf dem Etschtal-Radweg nach Tramin zu fahren. Die Abfahrt ist zwar technisch extrem langweilig, landschaftlich jedoch durchaus recht reizvoll, zumal die Straße im unteren Teil durch eine sehr enge und tiefe Schlucht führt.
In Bozen angekommen fuhren wir auf dem gut ausgebauten Etschtalradweg in flotter Fahrt nach Tramin, wo wir auch recht fix eine passende Unterkunft fanden. Eingecheckt haben wir im Hotel Tiroler Hof, wieder mal mit HP. Das übliche Reinigungsritual für Körper und Klamotten und ein oder zwei Weizen, bevor’s zum Abendessen ging. Geschmeckt hat’s zumindest mir so einigermaßen, auch wenn’s etwas nach „mehr Schein als Sein“ aufgemacht war. Egal, der Wein war ok, und nach einem doppelten Espresso ging’s zu Bett. Mittlerweile hatte es angefangen, wie aus Eimern zu schütten.
7. Etappe, 28.8.2005, von Tramin nach Molveno
63,5 km, 2223 hm bergauf, 1627 hm bergab
Das
Frühstück war über jeden Zweifel erhaben. Für mich das beste der ganzen Tour.
Die Sonne lies sich auch wieder blicken und so stand einem vermeintlich
einfachen Bike-Tag nichts im Wege. Zunächst gestaltete sich der Aufstieg durch
asphaltierte Weinbergstraßen noch sehr locker. Als jedoch der Wanderweg zum
Fennerjoch rechts von der Straße abbog, wurde es doch etwas giftiger.
Mittlerweile befand sich auch eine nicht zu verachtende Anzahl von Fliegen in
unserem Schlepptau, die wohl angelockt vom Gestank unserer Klamotten auf leichte
Beute hofften. Übrigens: 8x4-Deo finden die Biester ziemlich geil! Hoch zum
Fennerjoch war jetzt Schieben bzw. Tragen angesagt. Oben angekommen machten wir
uns recht rasch wieder an die Abfahrt. Die ersten 100 hm haben wir aus Rücksicht
auf die Wegbeschaffenheit geschoben, dann mündete unser Weg in eine Forststraße,
die einen tollen Ausblick ins Tal bot. Im Tal angekommen
ging’s nach einigem Suchen und Fragen auf Straße Richtung Spormaggiore und von
dort hoch nach Andalo. Von Andalo zum Tagesziel Molveno sind es nur noch ein
paar Kilometerchen bergab. Eingecheckt haben wir im Hotel Villanova, das eine
Terrasse mit tollem Ausblick auf dem Lago di Molveno bietet. Die Zimmer waren
allerdings eher spartanisch ausgerüstet. Egal, das Übliche betreffend Duschen
und Klamotten folgte. Noch ein oder zwei Bierchen auf der oben genannten
Terrasse und ab zu einer nahe gelegenen Pizzeria. Pizza war super, manchen von
uns reichte jedoch eine Pizza nicht zur vollständigen Sättigung. Der
Gesichtsausdruck der Bedienung beim bestellen der zweiten Pizza war dann auch
etwas von Befremden geprägt. Den Rest gaben wir uns in einer Eisdiele am
See-Ufer, bevor wir mit Vorfreude auf Riva ins Bett gingen.
8. Etappe, 29.8.2005, von Molveno nach Riva del Garda
46,2 km, 900 hm bergauf, 1692 hm bergab
Tolles
Wetter zur Schlussetappe! Frühstück wie immer, danach ging’s bei strahlendem
Sonnenschein zunächst entlang des Lago di Molveno und dann abwärts nach Dorsino
und Campo Lomasso. Nach einer kurzen Grundsatz-Diskussion, ob man denn jetzt
einfach nach Riva rollen solle oder doch noch einen kleinen Schotterpass
mitnehmen solle, entschieden wir uns demokratisch für Letzteres. Also
strampelten wir von Campo Lomaso hoch nach San Giovanni al Monte. Dies ist ein
durchaus lohnender Abstecher. Der Anstieg verläuft durchweg auf geschottertem
Wald- und Forstweg, ist aber teilweise recht steil.
Durchgeschwitzt kamen wir oben an und gönnten uns ein Apfelsaftschorle im oben gelegenen Restaurant, wo schon etliche Biker rasteten. Ich hatte mir vorgenommen, die Abfahrt zum Lago auf einem schönen Singletrial zu machen, während die Kollegen sich dafür entschieden, auf dem Fahrweg Richtung Arco zu brettern.
Nach Gorghi durchs Val di Tovo fuhr ich auf dem Wanderweg 409. Allerdings war dieser für mich nicht komplett fahrbar, zumal ich alleine war und keine Lust hatte, die Nacht mit gebrochenen Gräten im Val di Tovo zu verbringen. Wohl so ca. 50% Schieben, der Rest war aber klasse.
Getroffen haben wir uns in Riva am Hafen zum obligatorischen Knipsen und Weizentrinken. Die Jungs hatten mittlerweile schon ein Hotel und einen Tisch im Surfers-Grill in Torbole reserviert. Nach ein paar Weizen ging’s dann nach Torbole. Hier beschafften wir uns frische Klamotten und hüpften noch kurz in den Lago, bevor wir uns zum Abendessen fein machten. Das Essen im Surfers-Grill war super, wie immer. Müde und zufrieden ging’s ins Bett.
Rückreise, 30.8.05
Nach dem Frühstück und auschecken ging’s per Bike-Shuttle zurück zum Tegernsee. Unterwegs haben wir noch die beiden Quereinsteiger Gunther und Dirk in Gries am Brenner aussteigen lassen. Die Rückfahrt vom Tegernsee nach Köln verlief relativ reibungslos….
Fazit:
Eine relativ leichte Transalp mit recht wenig Schieberei und relativ hohem Straßenanteil. Für Anfänger gut geeignet. Einen meiner Lieblingspässe, nämlich das Tuxer Joch, konnten wir leider aufgrund des Wetters nicht fahren. Dies hätte die Tour noch etwas aufgewertet. Trotzdem wieder ein tolles Erlebnis. Landschaftliche Highlights sind für mich immer wieder die Brenner Grenzkammstraße und das Grödnertal.
Zahlensalat:
Stand: 10.11.14